Geschichte

Es ist immer gut zu wissen, was vor dir kam, denn wenn du die Vergangenheit kennst, kannst du die Zukunft kontrollieren. Jene, die die Vergangenheit nicht verstehen, sind dazu verdammt, sie zu wiederholen.

Bob Dylan, Oktober 2006

 

Gemäß des Bildungsplanes für Realschulen (2004) wird das Nebenfach Geschichte folgendermaßen zitiert: 

Der Geschichtsunterricht ermöglicht Schülerinnen und Schülern, sich mit den politischen, wirtschaftlichen, rechtlichen, gesellschaftlichen und kulturellen Bedingungen zu beschäftigen, in deren Rahmen die Menschen in der Vergangenheit ihr Leben gestalteten. In ihm eröffnet sich die Chance für Heranwachsende, sich darüber klar zu werden, dass der Mensch und die ihn umgebende Welt nur aus der Geschichte heraus zu erklären und zu begreifen sind. Dabei wird der Zusammenhang zwischen den zeitlichen Dimensionen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft deutlich.

Historische Bildung vermittelt damit das Wissen um die geschichtliche Begründung der menschlichen Existenz im Allgemeinen wie auch der eigenen, das heißt Geschichtsbewusstsein wird entwickelt.

Der Geschichtsunterricht im Sinne historischer Bildung schafft die Voraussetzung für historisches Fachwissen. Dies benötigen junge Menschen, um als mitdenkende und aktiv handelnde Staatsbürgerinnen und Staatsbürger unsere komplexe Welt verstehen, beurteilen, kritisch betrachten, verantwortungsvoll mitgestalten, modifizieren und sinnvoll zukunftsorientiert planen zu können. Sachbestimmtes, historisches Grundwissen ist unerlässlich für die politische Bildung.

Im Geschichtsunterricht erhalten die Schülerinnen und Schüler die Gelegenheit, sich mit Begriffen und Erscheinungsformen von Macht und Gewalt auseinander zu setzen. Dies reicht vom staatlich bestimmten Gewaltmonopol zur Erhaltung der freiheitlich demokratischen Grundordnung bis zur Beseitigung der menschlichen Grundrechte und der physischen Vernichtung von ethnischen Gruppen. Daneben ist auch die Beschäftigung mit kulturhistorischen Aspekten des menschlichen Zusammenlebens wesentlicher Bestandteil des Geschichtsunterrichts. Im Fach Geschichte sollen vielfältige personale und soziale Kompetenzen erworben werden. Zunächst geht es im Geschichtsunterricht darum, dass die Schülerinnen und Schüler ihre eigene Subjektivität erfassen, ihre persönliche Biografie verstehen und für ihre Subjektivität Position beziehen. Auf dieser Grundlage trägt der Geschichtsunterricht dazu bei, dass die Schülerinnen und Schüler Neugier auf Fremdes und Unbekanntes entwickeln. Er vermittelt die Fähigkeit, Neues wahrzunehmen und zu tolerieren. Mit der Akzeptanz anderer Positionen wird auch der eigene Standpunkt relativiert. Auf dieser Basis sind die Schülerinnen und Schüler bereit und fähig, Konflikte auszuhalten, zu lösen und Verantwortung für das eigene Handeln in der gegenwärtigen Gesellschaft zu übernehmen. Zur Umsetzung dessen muss es ihnen gelungen sein, die Vielfalt menschlichen Handelns in der Geschichte zu erfassen, ideologiekritisch zu erarbeiten, zu bedenken und daraus individuelle Konsequenzen zu ziehen. Der Geschichtsunterricht vermittelt zudem die Fähigkeit, den Entscheidungsfreiraum des Individuums im Sinne von Selbst- und Mitbestimmung zu erkennen.

Darüber hinaus entwickeln die Schülerinnen und Schüler Einstellungen und Haltungen wie zum Beispiel die Bereitschaft und Fähigkeit mit Partnern und in Gruppen konstruktiv und zielgerichtet zusammenzuarbeiten und dabei auftretende Schwierigkeiten in demokratischer und ethisch verantwortungsvoller Weise zu überwinden. Im Fach Geschichte werden sowohl fachspezifische methodische Kompetenzen vermittelt als auch fachübergreifende weiterentwickelt.

Die Schülerinnen und Schüler können einfache und komplexe Quellen bearbeiten, interpretieren und in angemessener sprachlicher Form beschreiben sowie mit verschiedenen Techniken präsentieren. Diese Fähigkeiten und Fertigkeiten setzen ein kontinuierliches Üben des sinnerfassenden Lesens voraus. Die Schülerinnen und Schüler sind zunehmend in der Lage verschiedene Informationsträger, zum Beispiel Karten, Bilder, Karikaturen, Filme und Internetangebote, kritisch auch als historische Zeugnisse zu betrachten und bezüglich ihrer Intentionen zu bewerten. Dabei sollen die Schülerinnen und Schüler auch außerschulische Lernorte wie Museen und Archive in Betracht ziehen und nutzen. Der Geschichtsunterricht trägt somit dazu bei, dass die Schülerinnen und Schüler in zunehmendem Maße ihre Lernprozesse selbst organisieren und sich auch im schulischen Arbeitsprozess in unterschiedlichen Sozialformen kompetent bewähren.

Mit Ausnahme von Klasse 5 und 7 wird Geschichte an unserer Schule 2-stündig unterrichtet und ist als Wahlfach in der fächerübergreifenden Kompetenzprüfung in Kl. 10 zusammen mit EWG das am häufigsten gewählte Fach.