„Einfach da sein!“ – Der Hospizdienst Lauffen a.N. stellt sich vor

 


Am 7.11.2017 war es soweit: Frau Fahrbach, Leiterin des Hospizdienstes in Lauffen a.N., besuchte den Unterricht der katholischen Religionsklasse 9 und der evangelischen Religionsklasse 9abe. Mit großer Begeisterung und interessanten Berichten erzählte uns Frau Fahrbach von ihren Erfahrungen als Hospizmitarbeiterin. 

Vorab erhielten wir Informationen, wie der Hospizdienst entstanden ist. Ursprünglich stammt der Begriff aus dem Lateinischen und bedeutet Herberge. Sie standen im Mittelalter an den Pilgerstraßen. Die Entwicklung der stationären Hospize hatte ihren Ursprung in London, wo 1945 das erste stationäre Hospiz für schwerkranke und sterbende Menschen gegründet wurde. Hier in Deutschland wurde erst 1992 in Heidelberg das erste stationäre Hospiz eröffnet. In den Jahren danach folgten dann noch weitere, u.a. in Stuttgart, Bietigheim, Weinsberg und Bad Friedrichshall. Der ambulante Hospizdienst in Lauffen wurde im Jahre 1996 gegründet. 

 


Nach diesen allgemeinen Informationen nahm sich Frau Fahrbach viel Zeit, um auf unsere zahlreichen Fragen einzugehen. Sie beantwortete diese sehr anschaulich und verständlich mit vielen Beispielen aus ihrer täglichen Arbeit. Uns war vorher beispielsweise nicht klar, dass die Hospizmitarbeiter ihr Amt ehrenamtlich ausüben oder dass sie eigens dafür eine Ausbildung absolvieren müssen, um dieses Amt überhaupt ausüben zu dürfen.

Besonders beeindruckt hat uns die Zahl, die Frau Fahrbach uns auf die Frage nannte, wie viele Begleitungen sie und ihre Mitarbeiter im Jahr etwa haben, beziehungsweise wie viel Zeit sie dafür aufbringen. 700 – 800 Stunden kommen da locker zusammen! Stunden, in denen sie zum Beispiel ein offenes Ohr für sterbende Menschen haben oder Gespräche mit Angehörigen führen und diese auf verschiedenste Weise unterstützen.

Aus ihren Erzählungen schlussfolgerten wir, dass Frau Fahrbach und ihr Team mit Leib und Seele für sterbende Menschen und deren Angehörige da sind. Wir lernten, dass wir junge Menschen uns mit dem Thema Sterben und Tod auseinandersetzen sollen, denn dies gehört nun mal leider zum Leben dazu. Sie erklärte auch, dass jeder Mensch mit seiner Trauer anders umgeht. Wichtig ist dabei immer, für diese Menschen da zu sein – ob gemeinsam zu schweigen, sich wortlos zu umarmen oder im Gespräch ist dabei ganz egal. 


 

Im Voraus hatten wir uns überlegt, Frau Fahrbach als Dankeschön für ihr Kommen eine Freude zu bereiten. Da wir von unserer Religionslehrerin Frau Zörner wussten, dass sich der Hospizdienst unter anderem aus Spenden finanziert, war uns schnell klar, dass wir den Hospizdienst auf diese Weise unterstützen wollen. Wir organisierten also einen Kuchenverkauf und konnten somit Frau Fahrbach als Dank und Anerkennung für ihre tolle Arbeit mit voller Stolz eine Spende von 100€ überreichen, worüber sie sich riesig freute. 

Wir wünschen Frau Fahrbach weiterhin viel Kraft und Freude für ihre wertvolle Arbeit!

 

Luisa Wiesner, 9e