Vortrag und Workshops zum Umgang mit Medien 2016

 

In der Projektwoche fanden wieder Workshops zum Umgang mit Medien in den Klassenstufen 6 und 8 mit dem Medienreferenten Uli Sailer (Medienakademie Baden-Württemberg) statt. Dabei ging es um Suchmaschinen, die Anbieter WhatsApp und Instagram sowie um Risiken und Gefahren im Umgang mit dem Internet und Medien allgemein. Zusätzlich fand auch ein Vortrag für interessierte Eltern am Abend statt.

Herr Sailer möchte über die Risiken des Internets und den sozialen Medien aufklären und bewusstmachen: „WhatsApp, Facebook und Co; Heute Du, morgen ich, niemand ist mehr sicher“. So betitelt wollen seine Vorträge und Workshops aufrütteln und unseren Umgang mit den Medien reflektieren. Dass einige Gefahren bestehen, wurde wieder sehr eindrücklich klar. Eine Gefahr sei, dass heutzutage keiner mehr die AGBs der Apps lese, also gar nicht über dessen Berechtigungen wisse. Dies kann bei „Abzocke“-Apps z. B. der Firma „CM“ (Clean-Master/Cheetah Mobile) ein Problem werden, das sehr persönliche Daten des Smartphone-Nutzers gesammelt und verwerten würden! Warum gebe es 800 Taschenlampen-Apps, fragt Sailer weiter. Sie seien leicht zu programmieren und könnten -wenn man nicht aufpasse- kompletten Zugriff auf das eigene Handy gewähren! Dass die Taschenlampen-App eigentlich nur auf die Kamera zugreifen muss, müsste eigentlich einleuchten. Bei mehr Rechten sollte man stutzig werden! So gibt es Fälle von verbrecherischen Anbietern, die äußerst persönliche Daten (Nacktfotos, Browserverläufe oder sogar Geräte-ID) entwendeten! -Die Frage sollte also sein: Brauche ich -wirklich- diese App? Und kann ich dem Anbieter (s.o.) wirklich vertrauen?

Auch die Kommunikationsplattform WhatsApp hat wahnsinnig viele Berechtigungen, könne also jederzeit die eigenen Fotos und die Galerie kopieren und verwerten! Dass es vom Datenschutz her deutlich bessere Alternativen gebe, zeige der Anbieter SIMSme der Deutschen Post, welcher deutlich weniger Rechte einfordere und welcher die Daten in Deutschland verarbeite. Sailer betonte, dass sogar Syrer und Iraner SIMSme nutzen würden, warum also nicht wir? Des Weiteren gebe es auch zur „Datenkrake“ Google bessere Alternativen wie DuckDuckGo oder MetaGer. Dagegen würde in den USA bei Google oder WhatsApp / Facebook fleißig mitgeschrieben und gespeichert. Es sei nicht zufällig, dass die NSA umgerechnet 800 GB Datenspeicher für jeden einzelnen (!) Menschen der Erde habe.

Herr Sailer betonte außerdem, dass man seinem Kind nicht einfach ein internetfähiges Hightech-Gerät wie das Smartphone ohne genau Regeln und Abmachungen geben dürfe. Er habe mit allen seinen Kindern zuerst ein „Vertrag“ abgeschlossen, in dem genaue Regeln festgelegt wurden. Dadurch könnten Strafen im drei oder vierstelligen Bereich z. B. für illegalen Filmkonsum oder Bilderweitergabe und ungewollte In-App-Käufe vermieden werden!

Wieder gewohnt schüler- und lebensnah waren die Workshops/Vorträge von Uli Sailer und zeigten, dass einiges am Umgang mit den Medien kritisch reflektiert werden sollte! Auch am Elterninfoabend zeigten die zahlreichen Nachfragen das große Interesse der Elternschaft.

Hier eine Zusammenfassung Sailers wichtigster Tipps im Umgang mit dem Smartphone bzw. dem Internet:

·        Passwörter sicher anlegen und regelmäßig verändern

·        unnötige „Antennen“ ausschalten, das heißt z. B. das leicht angreifbare Bluetooth, wenn es nicht benötigt wird, deaktivieren. Öffentliche WLAN-Hotspots meiden.

·        die Kamera des PCs bzw. Smartphone abkleben (Mark Zuckerberg macht es vor!)

·        nur sichere Apps verwenden (Welche brauche ich wirklich? Gibt es bessere Alternativen? Kann ich dem Urheber wirklich vertrauen?!)

·        mit dem eigenen Kind die Mediennutzung kritisch reflektieren und einen Vertrag mit ihm schließen (http://www.medien-sicher.de oder www.mediennutzungsvertrag.de). Beim Kinder und Jugendschutz hilft auch ein guter Internetfilter wie z. B. Salfeld.

Weitere Informationen und zahlreiche hilfreiche Links finden Sie auf: www.uli-sailer.de